Wiesbadener Integrationslotsinnen und Integrationslotsen am Start

Nach 36 Stunden Qualifizierung war es soweit: 15 Integrationslotsinnen und -lotsen erhielten ihre Zertifikate, darunter 5 Kursteilnehmerinnen von Angekommen Wiesbaden e.V.

Ihre Aufgabe: Sie unterstützen Zuwanderer ohne ausreichende Deutschkenntnisse, sie helfen im Alltag beim Ausfüllen von Formularen, dem Besuch bei Behörden oder begleiten zu Arztbesuchen und nehmen Kontakt zu Vereinen oder Freizeiteinrichtungen auf. Auf dieses Ehrenamt wurden sie im Rahmen des WIR-Programms des Hessischen Ministeriums für Soziales und Integration vorbereitet.

Die Qualifizierung hat MigraMundi organisiert, die Koordination der Einsätze übernehmen die Vereine KUBIS (Tel: 0611 7247963) und Angekommen Wiesbaden (Tel: 0177 3144199). Anfragen können Ämter, Behörden, Schulen, Kitas, Vereine und andere mehr, aber auch die betroffenen Menschen selber.

Raus aus den Unterrichtsräumen, rein in die Stadt

Ämter und Behörden in Wiesbaden sind Menschen mit Fluchterfahrung und Migranten meist sehr vertraut. Angekommen Wiesbaden e.V. möchte seinen Kursteilnehmerinnen und Kursteilnehmern jedoch auch zeigen, was die Stadt und ihre Umgebung zu bieten hat.

In den letzten Wochen fanden deshalb gleich mehrere Exkursionen statt:

Nach einer Besichtigung der außergewöhnlichen Lutherkirche machten sich alle auf den Weg nach oben, auf den Turm der Kirche. Belohnt wurde der etwas mühsame Aufstieg mit einem neuen  Blick auf die Stadt.

Die Jugendstil-Ausstellung war die Attraktion bei einem gemeinsamen Besuch des Hessischen Landesmuseums unter fachkundiger Führung der Kunstpädagogin Karin Payne-Stern.

Für die meisten Teilnehmerinnen und Teilnehmer war es der erste Besuch eines Wiesbadener Museums.

Frankfurt am Main war das Ziel einer weiteren Exkursion: Der Römer, die Paulskirche, ein Blick vom Eisernen Steg auf die Hochhäuser sowie ein Besuch der neuen Altstadt und des Struwwelpeter-Museums standen auf dem Programm.

Künftig werden regelmäßig Unternehmungen im Rahmen des Projektes „Meine Stadt und ihre Umgebung“ organisiert, um Menschen mit Fluchterfahrungen und Migranten mehr Teilhabe in ihrer neuen Heimatstadt zu ermöglichen und ihnen Anregungen dazu geben, solche Ausflüge auch gemeinsam mit ihren Familien zu machen.

Internationales Sommerfest

Zum ersten Mal präsentierte sich am 7. September “Angekommen Wiesbaden e.V. ” auf dem Internationalen Sommerfest auf dem Schloßplatz in Wiesbaden. Es ging darum, die Öffentlichkeit, aber vor allem Geflüchtete und Migranten über die Deutschkurse des Projektes zu informieren und potentielle Ehrenamtliche für einen Einsatz als Lehrkraft zu gewinnen. Trotz heftiger Regenschauer besuchten auch zahlreiche Kursteilnehmerinnen und Kursteilnehmer den Stand von “Angekommen”.

Internationales Sommerfest 7.9.2019

“In diesen zwei Wochen haben wir viel gelernt” – Die Summer-School 2019

“In diesen zwei Wochen haben wir viel gelernt, viele Informationen gesammelt, und ich bedanke mich bei meinen Lehrerinnen. Sie haben uns wichtige Orte ausgesucht und wir haben viel Spaß miteinander”, faßt Baktash seine Erfahrungen der ersten Summer-School zusammen. Als großen Erfolg werteten auch die weiteren  14 Teilnehmerinnen und Teilnehmer  den etwas anderen Deutsch- Intensivkurs vom 1. – 12. Juli 2019. Das Konzept: Ganztägiger Unterricht mit verschiedenen Exkursionen, um die Stadt und ihre Umgebung  besser kennenzulernen. Diese Aktivitäten  sowie deren Vor- und Nachbereitung sollen gleichzeitig  Kommunikationsanlässe bieten.

Eine Besichtigung des Schläferskopfstollens war Anlass, sich mit dem Thema Wasser auseinanderzusetzen. Bei einer Stadtteil-Begehung in Biebrich wurden Wohnquartiere verglichen, ein Workshop der Polizei mit Rollenspielen gab Hinweise, wie man sich vor Gewalt schützt.

 

 

 

Bei einer Führung im Zweiten Deutschen Fernsehen in Mainz konnte man erfahren, wie Sendungen produziert werden.

 

 

Eine zentrale Rolle spielte das Thema Ausbildung und Arbeit. Welche Rolle spielt das Job-Center, welche Ausbildungswege können  Handwerkskammer bzw. Industrie- und Handelskammer aufzeigen?

 

In Referaten und vor Ort in den Lehrwerkstätten der Handwerkskammer gab es dazu praktische Tipps, ebenso in  Rollenspielen  zu Vorstellungsgesprächen.

 

 

“Nur Deutsch sprechen während des gesamten Unterrichts” war die klare Ansage der vier Kursleiterinnen. Und das war eine ziemliche Herausforderung für die überwiegend jungen Teilnehmerinnen und Teilnehmer.  Spiele zur Teambildung oder einfach nur zur Unterhaltung boten  deshalb willkommene Unterbrechung und Abwechslung.

Ein Kunstworkshop am Ende der Summer-School gab dann noch einmal Gelegenheit für ganz neue Erfahrungen eigener Kreativität. “Das werde ich nächste Woche meiner Frau zum Geburtstag schenken”, strahlt Vinay. Wie die meisten anderen der Summer-School hat er zum ersten Mal mit Pinsel und Farbe gemalt.

 

 

 

Zweiter Konversationskurs erfolgreich gestartet

“Wir haben wenig Gelegenheit,  Deutsch zu sprechen. Wir möchten mehr üben”, das ist der Wunsch vieler Menschen, die zu uns kommen.   Diesem Wunsch konnten wir jetzt endlich entsprechen. Seit Mitte Mai gibt es einen zweiten Konversationskurs mittwochs von 15.00 – 17.00 Uhr.  Die Palette der Themen ist breit: von Festen und Sitten in verschiedenen Kulturen bis zu Aspekten einer demokratischen Gesellschaft oder Klimawandel. Wichtig ist es dabei, dass die Teilnehmerinnen und Teilnehmer ihre Erfahrungen einbringen und diskutieren können.  Es hat uns überrascht, dass inzwischen auch  zahlreiche Migrantinnen und Migranten zu uns kommen, die schon lange in Deutschland leben.

Araber haben keine Vasen

Dass man arabischen Gastgebern keine Blumen mitbringen sollte, als Gast selbstverständlich die Schuhe auszieht und arabische Gäste  niemals fragt: “Möchten Sie etwas trinken?” sondern “Was möchten Sie trinken?, waren nur einige praktische Tipps von Dr. Moustafa Selim in seinem Vortrag “Wie ticken Araber?” am 11.6.2019 im Georg-Buch-Haus in der Wellritzstraße in Wiesbaden. Nach umfangreichen Hintergrundinformationen über die arabisch-muslimische  Welt brachte der Integrationsbeauftragte der Hochschule Geisenheim  den rund 100 Besuchern der Veranstaltung näher, wie man Missverständnisse zwischen den Kulturen im Alltag vermeiden kann. Mit diesem Vortrag eröffnete  “Angekommen Wiesbaden e.V.” seine Dialogreihe zur interkulturellen Verständigung.  Sie   geht  weiter am 15. August. Thema der Veranstaltung im Nachbarschaftshaus in Biebrich ist  “Das Kopftuch” – drei Frauen – drei Geschichten”.

 

 

 

Ein Abend in der Oper

Noch vor Beginn der Internationalen Maifestspiele konnten Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Konversationskurses von „Angekommen“ im Großen Haus die Generalprobe von Mozarts Oper „Titus“ besuchen.  Für fast alle der elf Frauen und Männer war es der erste Opernbesuch überhaupt, und alle waren begeistert: von Mozarts Musik, der Inszenierung und natürlich von dem prunkvollen Ambiente des Staatstheaters.  Intendant Uwe Eric Laufenberg begrüßte in der Pause die neuen Theaterbesucher, stellte eine Führung durch das Theater in Aussicht und freut sich über weitere Besuche.

Mehr Zeit zum Sprechen

Freies Sprechen fällt vielen Menschen, die Deutschkurse besuchen, besonders schwer. Und im Alltag haben sie oft wenig Gelegenheit zum Dialog mit Deutschen. Das gilt vor allem für jene, die nicht in einer Ausbildung sind oder einen Arbeitsplatz haben.
Am 15. Mai startet deshalb ein zweiter Konversationskurs in der Kleinen Schwalbacher Straße 3+5. Diskutiert werden aktuelle gesellschaftliche Themen, kulturelle Traditionen, o.ä. Exkursionen und Ausflüge in der Stadt schaffen zusätzlich Kommunikationsanlässe. Die Konversationskurse finden dienstags von 17.00 – 19.00 Uhr sowie mittwochs von 15.00 – 17.00 Uhr statt.

Summer-School vom 1. – 12. Juli 2019

Nach dem großen Erfolg der „Winter-School“ im Januar 2019 mit 20 hochmotivierten Teilnehmerinnen und Teilnehmern bieten wir vom
1. – 12. Juli erneut einen Intensivkurs an.  Die Erweiterung der kommunikativen Kompetenz sowie interessante Exkursionen in Wiesbaden und Umgebung stehen dabei im Mittelpunkt. Voraussetzung ist neben regelmäßiger Teilnahme mindestens Sprachniveau A2.

Vortrag von Dr. Moustafa Selim “Wie ticken Araber?“

Dass sich Deutsche und Menschen aus anderen Kulturkreisen mit Verständnis und Respekt begegnen, ist für Dr. Moustafa Selim ein Anliegen. Der Wissenschaftler und Integrationsbeauftragte der Hochschule Geisenheim ist Träger des Integrationspreises des Rheingau-Taunus-Kreises und bietet seit Jahren Workshops und Fortbildungen zur interkulturellen Kompetenz an.

Für seinen Vortrag
am Dienstag, 11. Juni 2019
im Georg-Buch-Haus, Wellritzstraße 38 in Wiesbaden
hat er den etwas provokanten Titel „Wie ticken Araber?“ gewählt.

Die Veranstaltung findet im Rahmen der Dialogreihe von „Angekommen Wiesbaden e.V.“ statt.